Pelvoux (3943m) Traversée (PD) Ecrins Massiv

Diesen Sommer verbrachte ich wieder einige Tage in Ailefroide. Letztes Jahr besuchten Johannes und ich dieses schöne Tal im Anschluss an unseren Verdon-Urlaub. In dieser kurzen Zeit und ohne Führerliteratur waren uns die schier endlos scheinende Möglichkeiten in diesem riesigen Gebiet fast entgangen – immerhin hatten wir nur zwei Tage und erkundeten die an den Campingplatz angrenzenden Wände. Dies sollte sich heuer etwas ändern…

Johannes und Max waren schon eine Woche im Tal und gut akklimatisiert, ich war gerade erst angekommen nach einem Sportklettertag bei instabilem Wetter ging’s Tag daruf noch im Finsteren los zu einer ersten großen Tour. Vom Campingplatz auf ca. 1500m ging es ins Vallée Sélé und zum Refuge Pelvoux (2704m). Hinter der Hütte steigen wir weiter auf, traversieren dann nach links und über ein Schotterkar zur Bosse de Sialouze (3229m). Dort angekommen legen wir eine Pause ein, bevor wir den Weg durch das ca. 40 Grad steile Couloir Coolidge fortsetzten. Dieses hat schon recht wenig Schnee und im oberen Teil steigt man über Schutt zum Glacier du Pelvoux auf. Den Gletscher erreicht man auf knapp 3800m.

Wenige Meter später beginne ich, unakklimatisiert wie ich bin, die Höhe zu spüren und der Kreislauf geht mir ein. Ein Müsliriegel hilft mir weiter, doch von nun an bin ich nur noch sehr langsam unterwegs. Ein langsamer Schritt nach dem anderen – rasten, schnaufen. Aber auch so kommt man auf den Mont Pelvoux Pointe Puiseux (3943m) und wir genießen alle das traumhafte Panorama – auch der Mont Blanc zeigt sich! Die Wegstrecke von 2400Hm im Aufstieg bis hierher geht an mir nicht spurlos vorüber und meine Muskeln sind ordentlich müde. Zum Glück geht es von nun an bergab, was andere Muskel benötigt – und diese sind noch recht frisch. Wir steigen über den eindrucksvollen Glacier de Violettes ab – vorbei an riesigen Spalten, müssen dann über Felsen und Abseilstellen ausweichen, traversieren den Gletscher ein letztes Mal und steigen nach zwei weiteren Abseilpassagen, über das Névé Pelissier, über Hänge und die Vires d’Ailefroide (ein nicht leicht zu findendes Rampensystem durch eine steile Wand) zum Campingplatz ab. 13 Stunden dauerte die Tour und ich war selten so froh in meinem Campingsessel versinken zu dürfen. Der darauffolgende Pausetag hat gut getan und akklimatisiert war ich auch.

Fazit: Meine höhenmetermäßige größte Tour bis dato. Diese Überschreitung ist von den technischen Schwierigkeiten nicht so tragisch, doch ist die zurückgelegte Distanz enorm. Der Abstieg ist der imposantere Teil, denn der Glacier de Violettes ist teils wild zerklüftet. Ein sehr lohnenswerte Tour.

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