Großvenediger (3657m) Hohe Tauern

Dienstag Nachmittag ruft mich Roman an und fragt mich, ob ich nicht spontan Zeit hätte am nächsten Morgen mit ihm und Ewald in die Hohen Tauern zu fahren. Geplant sei der Großvenediger (3657m) von der Johannishütte (2121m), also dem Virgental in Osttirol, aus. Ein zweitägiges Zwischenhoch und geringe Lawinengefahr sollten eine Besteigung durchaus möglich machen und so komme ich natürlich sehr gerne mit.

Wir starten am Mittwoch recht gemütlich vormittags, denn auf uns wartet nach der Anreise nur noch ein etwa zweistündiger Hüttenzustieg. Den Parkplatz im Dorfertal finden wir ohne Probleme und treffen am Parkplatz drei Bergsteiger, die an diesem Tag den Großvenediger gemacht hatten und von guten Bedingungen sprechen. Wir starten zuerst noch mit den Ski am Rucksack, denn im Tal ist es grün. Irgendwann beginnt dann auch der Schnee und wir bewegen uns wieder in Skitourenmanier fort. Durchgehend auf Schnee kommen wir aber trotzdem nicht zur Hütte – macht aber nichts, denn die schneefreien Passagen sind meist kurz. Die Berge auf der anderen Talseite ziehen während des Zustiegs unsere Blicke auf sich – weiß und mächtig sehen sie aus. Im letzten Teil sehen wir auch unser Ziel als kleine weiße Spitze – weit entfernt. Die Hütte ist komfortabel, es gibt ein sehr gutes 4-gänge Menü als Halbpension am Abend und wir verbringen eine geruhsame Nacht.

Um 5:30 beginnt für uns das gute Frühstücksbuffet und um 6:00 schnallen wir die Ski an. Los geht’s – es ist noch etwas frisch, aber nach ein paar Metern ist uns auch schon wieder warm. Um 8:00 erreichen wir das Defreggerhaus (2982m) und stärken uns während einer kurzen Rast nochmals. Dann geht’s nach ein paar Höhenmetern auf das innere Mullwitzkees – zuerst flach, dann etwas steiler. Nach einer weiteren flachen Passage wartet der letzte Gipfelaufschwung bevor wir über einen leichten Grat zum Gipfel hinüber gehen. Es ist 10:30. So alleine wir die meiste Zeit bis jetzt waren, so unerwartet voll ist es hier. Von der Prager Hütte sind mehrere Seilschaften mit Bergführern aufgestiegen. Dies stört uns wenig und wir genießen die Gipfeljause bei grandiosem Panorama. Das Wetter ist ein absoluter Traum und die Fernsicht ist genial – Von Monte Cristallo, den drei Zinnen über Großglockner, Wiesbachhorn und Watzmann bis zum wilden Kaiser sieht man alles kristallklar – einfach unglaublich schön. Anschließend fahren wir zuerst den Aufstiegsweg zurück, biegen aber am Mullwitzkees orographisch rechts ab und nehmen die Rinne an deren Ende wir noch mühsam hinausschieben müssen bevor wir die Johannishütte wieder erreichen. Ab 12:15 gibt’s dann ein „Gipfelbier“ und sehr guten Kaiserschmarren bei abermals traumhaften Panorama für uns. Wir rasten und genießen noch etwas – schließlich geht’s bergab und wieder nachhause in flachere Gefilde.

Fazit: Bei so genialem Wetter am Berg zu sein ist immer schön. Bis auf den Gipfel waren wir die meiste Zeit alleine unterwegs. Der Aufstieg von der Johannishütte ist mit 1550Hm und auch größerer Entfernung nicht all zu kurz und am letzten Gipfelaufschwung spürten (nicht nur) wir die zunehmende Höhe und fehlende Akklimatisation und so legten wir immer wieder kurze Verschnaufpausen ein. Diese Aufstiegsvariante würde ich am ehesten mit Ski machen wollen, da diese den Abstieg deutlich verkürzen. Für uns war es ein super Tag und eine schöne Erfahrung.

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