Hofertalturm Nordrinne – Hochschwab

An diesem Sonntag starten, Johannes, Bene und ich sehr gemütlich erst um acht Uhr von Graz. Das Wetter ist ziemlich trist, stark bewölkt, es nieselt stellenweise und eine Besserung ist auch nicht angesagt. Wir fahren nach Seewiesen und wollen die Hofertalturm Nordrinne machen. Zuerst kommen noch die Ski und bei mir auch die Skischuhe auf den Rucksack. Erst nach 20 Minuten erreichen wir ein fast durchgängiges Schneeband. Die Rinne ist leicht gefunden – es hilft aber schon, dass Johannes genau weiß, wo es hingehen soll.

Nach einigen Spitzkehren zu Beginn packen wir abermals die Ski auf den Rucksack und weiter gehts mit Steigeisen, Pickel und einem Stock. Die Steilstufe im Mittelteil hat gutes Eis und stellt uns daher vor keine Herausforderungen. Ansonsten ist es nicht zu steil und die oberste Schneeschicht ist gerade hart bzw. weich genug, dass wir gut vorankommen. Am Ausstieg wartet noch eine Wechte, die wir rechts umgehen und in teilweise annähernd senkrechtem, aber schon gespurtem Gelände auch noch ein paar Felsen unter die Eisen bekommen.

Am Ausstieg überlegen wir uns kurz, ob wir die Rinne auch wirklich wieder abfahren wollen. Es hat nicht so schlecht ausgesehen und da wir mittlerweile in den Wolken mit sehr wenig Sicht stecken, können wir uns in der Rinne zumindest nicht verhauen. Johannes überwindet den Wiedereinstieg als erster mit Ski – wobei eher „springender-/fallender-“ als fahrenderweise – aber wie schon erwähnt: es war dort annähernd senkrecht. Daraufhin schnallen Bene und ich die Ski wieder auf den Rücken und steigen diese paar Meter zu Fuß ab. Danach gehts sehr kontrolliert, langsam und schwungweise die steile Rinne hinunter – in einer Hand den Pickel – nur für alle Fälle, denn für einige hundert Meter gibt’s nichts, das uns bremsen würde.

Eine sehr steile Passage im oberen Teil gibt es, über die wir nur rutschen und keine Schwünge mehr machen. Die Steilstufe im Mittelteil nehmen wir im Treppenschritt – immer mit dem Pickel im Eis. Danach wartete 35-45° steiles, schönes Abfahrtsgelände auf uns. Der Schnee ist gut und so macht es richtig viel Spaß hier einen Schwung nach dem anderen zu ziehen. Da kommt Freude auf.

Fazit: Die Hofertalturm Nordrinne ist eher weniger bekannt, dennoch trafen wir am Zustieg zwei weitere Skitourengeher, die die Rinne wohl an diesem Tag schon gemacht hatten. Ich denke, dass wir brauchbare Bedinungen vorgefunden haben. Es war hart genug, dass der Aufstieg unproblematisch war, und auch weich genug, dass eine Skiabfahrt möglich war. Außerdem haben die paar wenigen Zentimeter Neuschnee nicht geschadet. Eine schöne Tour über eine lange Rinne, die nicht 0-8-15 ist. Die Abfahrt durch die Rinne könnte man auch auslassen, jedoch hätten wir heute mitten in der Wolkendecke Orientierungsschwierigkeiten gehabt.

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