Klettern bei der Adamekhütte

Mittwoch den 15. August und somit Feiertag wollten wir nutzen um ein verlängertes Wochenende irgendwo, nur nicht Zuhause zu verbringen. Nach einigem hin und her wurden wir auf die Adamekhütte aufmerksam. Idyllisch gelegen im Dachsteinmassiv etwas unterhalb des Gletschers, umgeben von viel Gestein und mit kurzen Zustiegen zu netter Kletterei, hatten wir sie schlussendlich als Ziel ausgewählt.

Tag 1: Eigentlich wollten wir den langen Weg zur Hütte noch am Dienstag nach der Arbeit bestreiten, doch das schlechte Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und so ging es gut gelaunt erst Mittwoch von Graz in Richtung Dachstein-Massiv. Sowohl der große Parkplatz als auch der Weg waren schnell gefunden und in gefühlt schnellem Tempo ging es schwer bepackt voran. Schwer bepackt, da wir ja 4 Nächte auf der Hütte verbrachten und auch eine Gletscherbegehung (Pickel und Steigeisen!) geplant hatten. Conny war ja noch nie am Gletscher… Nach ca. 1h 15 kamen wir am Ende des hinteren Gosausee an. Von dort an ging es dann durchgehend steil bergauf. Schon nach 2/3 des Weges waren wir müde und sehnten die Adamekhütte herbei, wir zollten dem schweren Gepäck Triput. Nichtsdestotrotz kamen wir dann nach ca. 4h15 etwas müde aber gut gelaunt bei der Hütte an. Da es in der Zwischenzeit wieder kurz regnete und viel Nebel in den Wänden hing, war an diesem Tag sowieso nicht mehr ans Mehrseillängenklettern zu denken und so testeten wir zwei Touren im Hüttennahen Klettergarten, bevor es abermals zu Regnen begann.

Tag 2: Mit Vorfreude standen wir um 06.30 h auf um das Frühstück zu genießen. Leider mussten wir hier schon feststellen dass es 1) noch sehr kalt war und 2) die Wände immer noch relativ nass aus der Wäsche schauten. Dennoch eine Tour sollte es werden, also warteten wir etwas zu und starteten dann um kurz nach 09.00 die erste Mehrseillänge des Wochenendes. Die „Sagerschusterin“ wählten wir nur deshalb, weil sie uns am trockensten erschien. Die Kletterrei war super rau, aber reichlich mit losem bzw. gestecktem Gestein versehen. Da war für die nächsten Tage noch Luft nach oben.

Tag 3: Auch an diesem Tag aßen wir früh Frühstück und machten uns auf in Richtung Gletscher. Der appere Gletscher offenbarte alle Spalten, so war die Begehung gar kein Problem. Dennoch war es für Conny ein Erlebnis, war sie ja noch nie vorher am Gletscher unterwegs. Bei der Windlucke angekommen kraxelten wir ein bisschen am Grat herum, bevor es wieder zurück zur Adamekhütte ging. Da wir noch nicht ausgelastet waren, besuchten wir noch kurz die hüttennahen Boulderblöcke. Topo gibt es vor Ort. Ein wunderschöner Tag bei Traum-Wetter in einer Traum-Kulisse ließen wir natürlich bei einem Bier ausklingen.

Tag 4: Geplant hatten wir den Schreiberwand-Gratturm zu beklettern. Doch als wir kurz vor dem Einstieg ankamen war da 1) noch etwas Gletscher und Schnee vorhanden und 2) konnten wir den Einstieg zwar entdecken, wobei die im Topo eingezeichnete erste Seillänge in gut 60 Metern höhe startete. Wir beschlossen also doch wieder an die niedere Schreiberwand zu gehen. Diesmal etwas leichter, kletterten wir die Diagonale empor, warum Sie so heißt wissen wir jedoch bis heute nicht. Die Tour ist wunderschön, bester Fels, kein störendes Zwischengelände und das obwohl die Schwierigkeiten mäßig ausfallen.

Tag 5: Leider war der letzte Tag schon angebrochen. Wir entschieden uns eine begradigte Tour, und somit die Kombination aus „Blitz und Donner“ (unterer Teil) und „Der schöne Hugo“ (oberer Teil) zu klettern.  Scheinbar hatten wir uns das beste für den Schluss aufgehoben. Schon die Längen in „Blitz und Donner“ waren traumhaft, doch die letzten drei 6er Seillängen des „schönen Hugo“ konnten noch mehr. Beste Kletterei in traumhafter Kulisse, da fiel es uns noch schwerer schon heimfahren zu müssen. Wir packten also wieder bei der Hütte angekommen unsere Sachen und traten den langen Abstieg an. Schon auf halbem Weg fingen die Fußsohlen zu schmerzen an. Eigentlich wollten wir am vorderen Gosausee noch eine Pause einlegen und zumindest unsere Fuße im See abkühlen. Leider fing es aber genau dort zu Regnen an, also sputeten wir uns zum Auto.

Fazit: Hat man den langen Zustieg geschafft, befindet man sich in einer steinernen Arena in abgelegener, wunderschöner und ruhiger Gegend. Das Hauptziel der Bergsteiger ist auch hier der Hohe Dachstein, was uns nur Recht sein konnte, denn so hatten wir quasi den Rest für uns. Der Fels ist unglaublich rau und wir kletterten sehr schöne Seillängen. Ein Besuch hier zahlt sich aus und es lässt sich auch mehrere Tage gut aushalten.

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