Eisklettern beim Matreier Tauernhaus

Letzte Woche entschieden wir spontan dem Alltag und tristen Wetter die kalte Schulter zu zeigen und fuhren Donnerstagabend nach Lienz. Unser Plan: drei Tage Eisklettern.

Tag 1

Da Conny noch nie mit Steigeisen und Pickel unterwegs war, wählten wir den Eispark Osttirol beim Matreier Tauernhaus als unser erstes Ziel. Bei wunderschönem Wetter und eisigen -10°C starten wir Freitagmorgen nach reichlichem Frühstück, gut ausgeruht und voller Motivation Richtung Eispark. Dort angekommen waren bereits einige Seilschaften zur Tat geschritten, es blieb jedoch noch genügend Eis für uns übrig. Ohne in das Topo zu schauen wählte ich, was ich uns beiden zutraute und so kam es, dass die erste Route für Conny gleich eine WI4- sein sollte. Diese hatte eine kurze abdrängende Boulder-Stelle, war aber sonst zum Glück ganz gut zum Anfangen geeignet. Im Eispark kommt es schon mal vor, dass sich in den Routen durch die vielen Begehungen schon gute Trittstufen ausgebildet haben, das half natürlich. Danach kletterten wir an diesem Tag noch eine schöne WI4 „Verschneidung“ und einen WI4+ „Pfeiler“. Zu unserer Freude stiegen wir beide alles durch und Conny gefällt das Eisklettern richtig gut.

Tag 2

Nach dem Einklettern im Eispark wollten wir uns am nächsten Tag auf einen längeren Eisfall bei Kartitsch stürzen. Am Zustieg, den wir in wunderschön verschneiter, unverspurter Landschaft vorfanden, merkten wir, dass es in den letzten Tagen wohl etwas geschneit haben muss, hofften aber, dass die Tour geht. Als wir dann in Sichtweite vom Eisfall waren, fehlte von diesem jede Spur – er war scheinbar völlig eingeschneit. Zum Glück war die Wanderung schon ohne Kraxelei ein schönes Erlebnis. Wir machten uns also auf den Weg zurück zum Auto und auf die Suche nach einem anderen Eisfall. Mit dem Auto blieben wir ein paar Mal stehen und begutachten die Eisfälle in Straßennähe. Leider lachten sie uns nicht besonders an, eher zu wenig Eis. Somit standen wir kurze Zeit später wieder am Parkplatz des Matreier Tauernhauses. Doch sollte es nicht nochmal zum Eispark sondern zur ca. 75m hohen Tauernsäule gehen. Zuerst kämpften wir uns durch das kniehohe Schneefeld und kamen nach einem steilen Schneevorbau beim Einstieg an. Nach einer genussreichen WI3 Länge machte ich unter der WI5 Säule Stand. Als Conny am Nachsteigen war, begann es stark zu winden und Spindrift kam regelmäßig über die Säule. Deshalb entschieden wir die zweite Seillänge auszulassen und seilten wieder ab. Es war aufgrund unseres „Reisetages“ sowieso schon etwas später.

Tag 3

Da die Eisfälle auf der Felbertauern Südseite entlang der Bergstraße zum Tauernhaus zwar ausreichend Eis hatten, aber doch teils verschneit aussahen, entschieden wir Sonntags noch einmal zum Eispark zu schauen. Uns hatte es beiden sehr gut gefallen. Außerdem konnten wir hier jederzeit aufhören, da ja auch noch die Heimreise anstand. Heute war etwas mehr los, doch wir fanden ein gutes Plätzchen. Wir kletterten abermals den WI4+ „Pfeiler“ zum Aufwärmen. Da in den letzten Tagen Wasser über diesen Wandteil geleitet wurde, präsentierte sich der Pfeiler völlig anders als noch am Freitag. Anschließend hängten wir uns etwas Schwereres zum Topropen und probieren ein. Als Abschluss des wunderschönen Wochenende kletterten wir noch einmal WI4 „Verschneidung“ und traten sehr zufrieden die Heimreise an.

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