Elk Meadows (VII) Rote Wand

Vor einem knappen Jahr stiegen Conny und ich an einem sehr schönen und heißen Sommertag in diese schöne Tour an der südseitig ausgerichteten Roten Wand ein. Der Anfang war recht vielversprechend und die Tour gefiel uns gut. In der vierten Seillänge zollte die Hitze aber ihren Tribut und wir entschieden abzuseilen. (Geht sich vom dritten Stand mit 60m Einfachseil grenzwertig aus.) Doch seitdem Stand die Tour auf dem Plan, denn es heißt, dass auch die oberen Seillängen schön sein sollen.

Als ich mich mit Johannes heute traf, dachte ich eigentlich dass wir Sportklettern gehen werden, doch er fragte mich ob ich Lust auf eine Tour an der Roten Wand habe. Da auch er die Elk Meadows noch nicht gegangen war, wurde schnell entschieden und wir starteten zum Rucksackplatzerl. Da es schon Nachmittag war, mussten wir dieses Mal keine Sorgen wegen zu großer Hitze haben. Dies begünstigte auch die Reibungswerte und so gefiel mir der Anfang noch besser als vor einem Jahr.

Die zweite Seillänge ist traumhaft – technische Wand- und Plattenkletterei in gut strukturierten, rauem Fels. Achtung – zwischen dem dritten und vierten Bohrhaken nisten Wespen in zwei Löchern. Die vierte Seillänge, in der Conny und ich damals umdrehten, kommt mir dieses Mal leichter vor – schöne Plattenkletterei. Nach einer Wiesenlänge, die Johannes gleich an die vierte Seillänge anhängt, erreichen wir abermals eine gut strukturierte Wand bevor es in rotem Fels eine steile, geniale Rissverscheidung empor geht. Hier mündet die Elk Meadows für wenige Meter in die Rupertina (kurz eher links der Bohrhaken klettern).

Danach folgt die Schlüsselseillänge. Leider fehlt genau in der Schlüsselstelle derzeit die Lasche des Bohrhakens. Hier würde es sich empfehlen einen Klemmkeil oder eine kurze Schlinge mitzunehmen, was wir beides nicht hatten. Als ich im Vorstieg die Plattenwand querte, verließ mich für kurze Zeit der Mut und so behalf ich mir, in dem ich den Stift des Bohrhaken kurz als Zwischengriff nahm – sprich A0 – auch wenn es nicht besonders viel hilft. Die Stelle ist zwar gut zu klettern, aber die perfekt gebohrte Zwischensicherung geht mir dann doch ab. Vielleicht erbarmt sich ja jemand und nimmt eine Lasche samt Beilagscheibe und Mutter mit – ich gehe von einem 10mm Bolzen aus. Die letzte Seillänge führt dann nochmals über einen kleinen Pfeiler bevor man das Hochplateau erreicht.

Fazit: Eine super Tour und absolut weiterzuempfehlen. Genialer Fels, schöne Kletterstellen, nicht abgeklettert – das macht richtig Spaß. Vielleicht sollte man warten bis die fehlende Lasche wieder angebracht wird, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt (im Zweifelsfall sollte man aber auch zur letzten Seillänge der Rupertina queren können). Außerdem dürften Falken links neben dem sechsten Stand nisten – zumindest sind sie immer wieder dort hin zurückgekehrt, auch wenn wir kein Nest entdeckten. Dieser stört zwar nicht den Kletterer, aber dieser möglicherweise sie.

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