Bodenbauerweg (VIII) Hochschwab

Es wurde schon längste Zeit auch mal im Hochschwabgebiet eine Tour zu machen. Eine wirklich schöne und von der Zivilisation etwas abgelegene Region. Dieses Mal sollte es zur schnell erreichbaren Hundswand gehen und der Bodenbauerweg stand auf dem Programm. Verwöhnt durch das warme Wetter in den letzten Tagen starteten Roman und ich relativ leicht bekleidet vom warmen Graz aus und waren am Parkplatz beim Bodenbauer sehr von der Kälte – bedingt auch durch den Wind – überrascht. Zum Glück jedoch kletterten wir meist im Windschatten, so dass unsere leichte Bekleidung perfekt für diesen Tag war.

Nach kurzem Zustieg und Minivorbau startet die erste Seillänge recht gemütlich, geht zuerst an einem alten Baum rechts vorbei, dann über schöne Platten und schließlich leicht rechts traversierend über geniale Schuppen. Die zweite Seillänge quert zuerst weiter nach rechts bevor man einer schönen Schuppe gerade rauf folgt. In der dritten Seillänge wartet die erste schwerere Stelle (VII) in traumhaft löchrigem Fels. Danach versäumt Roman die absteigende Traverse nach rechts und klettert gerade rauf – den Bohrhaken folgend. Diese führen uns in eine A0-Traverse aber auch zum richtigen Stand. Mir ist das gar nicht so unrecht, denn im Nachstieg brauche ich fallende Tranversen nicht unbedingt.

Die Schlüsselseillänge beginnt abermals an schönem löchrigen aber kompakten Fels. Die VII+ Stelle ist genial mit einem Einfingerloch in das nur das erste Fingerglied passt, doch die VIIIer Platte ist für uns beide nicht zu machen. Unglaublich glatt, griff- und auch annähernd trittlos. Also schwindeln wir uns A0 über die Stelle und weiter gehts. Nach der Schlüsselseillänge ändert die Tour ihren Charakter. Dominierten im unteren Teil noch kompakte Platten, wird ab hier das Gelände zum Teil etwas zergliederter.

Die siebente Seillänge ist wieder besonders schön. Im Mittelteil warten geniale Strukturen und danach eine sehr kompakte Platte, die Roman als Gehsteig bezeichnet. Denn trotz der teils fehlenden Griffe, kommt man hier unerwartet einfach vorwärts. Danach schaut das Gelände ein wenig brüchig aus. Wir klettern vorsichtiger, doch in der Regel ist der Fels bombenfest. In der letzten Seillänge wartet ein schöner Überhang und es heißt noch einmal Festhalten.

Fazit: Der Bodenbauerweg ist eine wirklich schöne Tour und auf jeden Fall weiter zu empfehlen. Wir hatten viel Spaß und waren von der schönen, technischen Kletterei begeistert. Er ist in zwei Teile geteilt – zuerst kompakte Platten und dann etwas zergliederter. Die Absicherung ist gut. Die VIIIer Platte sieht ganz schön hart aus, lässt sicher aber problemlos technisch überwinden. Wir seilten mit 50m Doppelseil sechs Mal ab und erreichten in 45 Minuten wieder den Einstieg.

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