Eisklettern im Maltatal

Auch heuer sollte es für Luki und mich wieder für zwei Tage zum Eisklettern ins Maltatal gehen. Letztes Jahr habe ich dort die ersten Schritte im Eis absolviert und war sofort begeistert. Am Sonntagmorgen fuhren wir zeitig los um etwas Längeres machen zu können. Eigentlich hätten wir gerne wieder den langen aber nicht allzu schweren Strannerbach (WI3, bis 550m) gemacht. Da dort aber vor kurzem ein Wildschutzgebiet errichtet wurde, entschieden wir uns den Mittleren Maralmfall (knapp 200m) zu gehen. Dieser ist zwar mit WI4+ im Topo angegeben, jedoch befindet sich die schwerste Stelle ganz oben. Man könnte diese Stelle auch auslassen, da sowieso über den Fall abgeseilt wird.

Diese Tour ist bereits mein dritter Tag im Eis dieses Jahr, deshalb funktioniert alles schon recht gut. Das Zustiegsgelände und die ersten zwei Längen laufen super, auch weil das Eis eine weiche Oberfläche hat und trotzdem sicherungsfreundlich ist. Der Vorstieg der nächsten WI3+ Länge gehört mir und beginnt mit einer langen „Platte“ in der meine Waden auf Temperatur kommen. Als der steile, dafür aber sehr gut strukturierte Teil beginnt, zähle ich nochmals meine verbliebenen Eisschrauben. Fünf, aber zwei brauche ich für den Stand. Da ich die ganze Steilstufe klettern möchte, heißt es gut überlegen und haushalten. Der steilere Teil fällt mir jedoch leichter als erwartet – aufgespart wird aber nichts. In der nächsten und zugleich vorletzten Seillänge erfahren wir, dass in der Schlüssellänge genau am Ausstieg jemand gestürzt ist. Er hat sich verletzt, wahrscheinlich war etwas ausgebrochen. Später stellte sich heraus, dass der Gestürzte eine Knöchelfraktur erlitten hat.

Diese Schlüssellänge sieht echt super, aber steil aus. Wir beratschlagen am Stand noch die Taktik und wo gute Positionen für Schrauben wären, bevor ich den Vorstieg wage. So im Klettern wirken die vermeintlich flachen Passagen gar nicht so leicht und im Hinterkopf schwirrt der Sturz auch wenn (oder vielleicht gerade weil) ich ihn nicht gesehen habe. Als ich das senkrechte Gelände erreiche, verlasse ich meine Komfortzone und schalte auf Durchstiegs-Modus. Hier heißt es festhalten und kühlen Kopf bewahren. Immer wieder brechen größere Teile Eis beim Schlagen weg und ich setze vorsichtshalber die eine oder andere Eisschraube mehr. Ziemlich gepumpt aber überglücklich über den Durchstieg erreiche ich den Stand. Das war das mit Abstand Schwerste das ich bis dato im Eis geklettert bin, aber wirklich gefährlich war es zum Glück nie. In diesem Moment trifft auch schon der Hubschrauber mit dem Retter am Seil ein um den Verletzten zu bergen. Sehr knapp schwebt er nahezu bewegungslos neben mir. Als die Bergung geglückt ist, steigt auch Luki ein. Auch er ist überrascht von der Steilheit, wird gepumpt weil er meine Schrauben wieder rausdrehen muss, und steigt durch. Eine super Begehung – danach hat uns das Bier im Gasthaus in Malta umso mehr geschmeckt!

Am zweiten Tag steht der rechte Ast des Klammfalls („Mareiner“) auf dem Plan. Die Länge und Bewertung unterscheiden sich in den Topos, aber laut Eisbericht sind die Bedingungen sehr gut. Da es über Nacht schneite, brauchen wir Schneeketten um wieder zum Parkplatz vor dem Lange-Wand-Tunnel zu kommen. Von dort geht es in ca. 20 min zum Einstieg, wo wir auf fünf nette Niederländer treffen, die wir schon am Vortag gesehen haben. Es liegt recht viel Schnee. Von unten sieht man zumindest in den steileren Passagen Eis, von oben nur Schnee. Das Eis ist gut zu klettern und übersteigt WI3+ unserer Meinung nach nicht. Nach sechs Seillängen, wobei die fünfte und sechste hauptsächlich „Stapferei“ waren, erreichen wir die letzten zwei super Seillängen die nochmal gut 100m schöne Kletterei für uns bereithalten. Um 15.15 Uhr erreichen wir den letzten Stand der ca. 500m Tour. Nun heißt es beim Abseilen keine Zeit zu verlieren. Die Niederländer haben schon weiter unten umgedreht und wir treffen Sie gegen Ende wieder. Im letzten Licht erreichen wir den Einstieg und stärken uns nochmals mit Tee und Snickers bevor wir uns mit Stirnlampen auf den Weg zurück zum Auto machen.

Fazit: Luki und ich hatten wieder viel Spaß im Maltatal. Heuer war ich schon etwas geübter und konnte im Maralmfall mein Limit pushen. Leider war der „Mareiner“ ziemlich verschneit, aber auch das war eine interessante Erfahrung. Wir werden sicher wiederkommen.

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